Homecare-Unternehmen im Versorgungsnetzwerk: Bedeutung, Leistungen & Nutzen

Ungewohnter Begriff – steigende Bedeutung:


Homecare gewinnt zunehmend an Relevanz. Einerseits wird so eine frühere Entlassung von Patienten aus Krankenhäusern nach Hause ermöglicht. Andererseits werden Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegedienste entlastet. Zudem trägt Homecare zur Reduzierung der Gesamtkosten im Gesundheitswesen bei. Homecare stellt eine qualifizierte Versorgung in vielen Bereichen sicher. Doch was genau ist Homecare und um welche Bereiche handelt es sich genau? Hier erfahren Sie, welche Leistungen Homecare-Unternehmen bieten, welche Vorteile dies mit sich bringt und welche Herausforderungen für die Dienstleister bestehen.

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1. Was ist Homecare?

Homecare gewinnt zunehmend an Bedeutung und unterscheidet sich von der ambulanten Pflege zu Hause oder im Pflegeheim. Sie ist Teil der ambulanten Therapie und umfasst die Betreuung und Pflege von meist chronisch Kranken sowie deren Versorgung mit erklärungsbedürftigen medizinischen Hilfsmitteln in ihrem eigenen Zuhause sowie in Pflege- oder Altenheimen. Die Betroffenen erhalten individuelle Unterstützung, um trotz Krankheit, Behinderung oder im Alter in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben und weiterhin am sozialen Leben teilnehmen zu können - auch trotz Handicap. Homecare bietet dabei eine breite Palette an Dienstleistungen.

2. Homecare-Versorgung in Deutschland

Die Homecare-Versorgung in Deutschland schließt die von den gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckte Leistungen ein. Letztere werden gemäß dem Sozialgesetzbuch V (SGB V) erbracht und sind nach ISO-Normen zertifiziert. Der Leistungsanspruch der Versicherten ergibt sich aus den §§ 31 und 33 SGB V und umfasst nicht nur das Produkt, sondern auch entsprechende Dienstleistungen wie Beratung und Einweisung, die erheblich zur Lebensqualität vieler Patienten beitragen. Die Struktur impliziert spezielle Regelungen und Verhandlungen zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen für eine bestmögliche Patientenversorgung. 


Ein Vorteil für die Versicherten: Sie haben das Recht auf eine freie Wahl ihres Leistungserbringers. Ärzte stellen lediglich die medizinische Notwendigkeit fest und verschreiben die erforderlichen Hilfsmittel.

Auch Privatversicherte können je nach Versicherungsvertrag Homecare-Angebote in Anspruch nehmen.

3. Was ist ein Homecare-Unternehmen?

Homecare-Unternehmen nehmen eine zentrale Rolle ein in der Nachsorge von Patienten, nachdem sie das Krankenhaus verlassen haben. Sie stehen im häuslichen Umfeld oder in Pflegeeinrichtungen den Betroffenen bei. Die ärztlich verordneten Therapien werden umgesetzt sowie Betroffene und Angehörige beraten. Von der Auswahl der Produkte, den Verbandmaterialien über speziellen Ernährungsbedarfen bis hin zur Bereitstellung und Erklärung komplexer medizinischer Produkte und Ernährungslösungen: Hierfür steht das hochqualifizierte Fachpersonal der Dienstleister zur Seite.

Die enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Pflegekräften stellt die konstante und individuelle Versorgung sicher.

Die Anbieter variieren dabei: von Sanitätshäusern bis hin zu großen spezialisierten Unternehmen mit einem Netzwerk aus Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Therapeuten. Beispiele an dieser Stelle sind die Fachhandelsgruppen NetworCare, rehaVital oder das Sanitätshaus Aktuell.

4. Was leisten Homecare-Unternehmen?

Homecare-Unternehmen nehmen eine Schlüsselposition ein in der ambulanten Patientenversorgung, indem sie umfangreiche Versorgungsleistungen direkt in der Häuslichkeit des Patienten anbieten. Der Grundsatz hierbei lautet: „ambulant vor stationär“!

 

Zu den Kernleistungen zählen unter anderem:

  • Unterschiedliche Therapieformen: Enterale und parenterale Ernährung, Infusionstherapien und eine spezialisierte Inkontinenzversorgung und Stomaversorgung
  • Wund- und Dekubitusversorgung: Moderne Wundversorgung und Prophylaxe, um Druckgeschwüre zu vermeiden.
  • Atemwegsmanagement: Versorgung von Tracheostoma und Laryngektomie-Patienten, Sauerstofflangzeittherapie und Beatmung.
  • Unterstützung und Aufrechterhaltung der Mobilität: Hilfsmittel und Rehatechnik kommen individuell zum Einsatz und werden ggf. an die Wohnsituation angepasst, um Mobilität und Selbstständigkeit zu fördern.
  • Kompetente Beratung und Schulung: Einweisung und Schulung von Betroffenen sowie deren Angehörigen und Pflegekräften.
  • Prävention und Früherkennung: Hausbesuche erfolgen in regelmäßigen Abständen in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt zur Überwachung und frühzeitigen Erkennung möglicher Komplikationen.
  • Lieferung der Hilfsmittel: Kostenfreie Lieferung der Hilfsmittel zum Patienten nach Hause oder in die Pflegeeinrichtung.
  • Klärung der Kostenübernahme und Abrechnung: Sie klären die Kostenübernahme mit den Kostenträgern ab. Zudem erfolgt die Abrechnung der vereinbarten Vertragspreise mit den Krankenkassen.
5. Ablauf der Homecare-Versorgung

6. Welche Vorteile bietet es, auf Homecare zu setzen?

  • Verbesserte Lebensqualität: Homecare fördert die Lebensqualität durch eine Verbesserung und Stabilisierung des Gesundheitszustands im eigenen Zuhause. So kann eine bestmögliche Betreuung insbesondere für chronisch kranke, multimorbide oder behinderte Menschen umgesetzt werden.
  • Kosteneffizienz: Homecare ist wirtschaftlicher, da qualitätsorientierte Hilfsmittel, individuelle Beratung und Serviceleistungen Zusatz- und Folgeerkrankungen sowie damit verbundene Kosten vermeiden können.
  • Individuell angepasste Hilfsmittel und Dienstleistungen: Unterstützung der ärztlichen Therapie und Hilfe für Betroffene, den Umgang mit ihrer Therapie zu erlernen.
  • Prävention weiterer Erkrankungen: Regelmäßige Hausbesuche ermöglichen eine schnelle Anpassung des Hilfsmittelbedarfs.
  • Qualitätsorientierte Betreuung: Ausgebildetes Fachpersonal trifft koordinierte Versorgung in enger Absprache mit Ärzten, Betroffenen, Angehörigen und Pflegepersonal.

7. Welche Herausforderungen bestehen für Homecare-Unternehmen?

Sie verrichten zahlreiche Dienstleistungen rund um Beratung, Einweisung und Lieferung medizinischer Hilfsmittel. Die Erstattung basiert auf vertraglich vereinbarten Preisen mit den Kostenträgern oder Krankenkassen. Der zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen führt zu sinkenden Erstattungspreisen, wodurch die Finanzierung der Beratung, Einweisung und regelmäßigen Hausbesuche für die Homecare-Unternehmen zur Herausforderung wird. Dennoch bleibt die Funktion der Homecare-Unternehmen für die Unterstützung der ärztlichen Therapie, die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte und die Kostendämmung im Gesundheitswesen von großer Bedeutung.

Kurzum: Die Erstattungssituation für die umfangreichen Leistungen der Homecare wird der erbrachten Leistung nicht gerecht. 

Als GHC German Health Care GmbH arbeiten wir zusammen mit Homecare-Unternehmen in ganz Deutschland zusammen und wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass die unablässige und qualifizierte Leistung, die täglich erbracht wird, als integraler Bestandteil der deutschlandweiten Gesundheitsversorgung spürbar wahrgenommen wird. Daher beteiligt sich die GHC unter anderem im Verband Versorgungsqualität Homecare e. V. und arbeitet aktiv in Gremien mit.

8. Fazit:

Steigende Bedeutung von Homecare: Frühere Entlassung aus Krankenhäusern, Entlastung von Arztpraxen und Pflegediensten, Kostensenkung im Gesundheitswesen.

Definition und Ziel: Betreuung chronisch kranker Patienten zu Hause, Unterstützung zur Teilnahme am sozialen Leben trotz Krankheit oder Behinderung.

Leistungen in Deutschland: Gesetzlich abgedeckte Leistungen, ISO-zertifiziert, freie Wahl des Leistungserbringers.

Homecare-Unternehmen: Wichtige Rolle in der Nachsorge, Umsetzung ärztlicher Verordnungen, Beratung, Bereitstellung und Erklärung medizinischer Produkte.

Kernleistungen: Verschiedene Therapieformen, Wundversorgung, Atemwegsmanagement, Mobilitätsunterstützung, Beratung und Schulung, Prävention und Früherkennung, Hilfsmittellieferung, Klärung der Kostenübernahme.

Vorteile: Verbesserte Lebensqualität, Kosteneffizienz, individuell angepasste Hilfsmittel, Prävention weiterer Erkrankungen, qualitätsorientierte Betreuung.

Herausforderungen: Sinkende Erstattungspreise trotz umfangreicher Leistungen, Kostendruck im Gesundheitswesen.

GHC Engagement: Zusammenarbeit mit Homecare-Unternehmen, Beteiligung im Verband Versorgungsqualität Homecare e. V., aktive Mitarbeit in Gremien.

 

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